Ist Minimalismus eine Antwort?

Ich habe in den letzten Tagen den ein oder anderen Input erhalten, den ich für mich verarbeiten musste. Ich war schon auf dem „Minimalismus, ist doch alles Quatsch“ Trip, weil etliche Aussagen und Eindrücke für mich in die Kategorie „Hirnkleister“ gehören und ich denke, dass viel zu viel in den Begriff Minimalismus hineininterpretiert wird. Das hatte ich ja auch schon im meinem Beitrag zur Bedürfnispyramide ausgeführt. Ich freue mich über eine konkrete „Auseinandersetzung“ und bin daher echt auf Kommentare gespannt.

Minimalismus: Ich reduziere meine dinglichen Themen und damit ist der Aspekt „Minimalismus“ für mich erledigt. Nicht mehr und nicht weniger.

  • Die Wohnung ist einfach zu reinigen
  • Ich habe weniger Aufwand mit dem Unterhalt der Dinge
  • Ordnung ist einfach sexy
  • Minimalistisches Design ist aktuell einfach „in

Hat sich durch das Ausmisten etc. ein Wunsch zur Nachhaltigkeit oder des Konsumverzichts bei mir eingestellt? Jaein. Es ist so ein Stück weit wie mit dem Rauchen aufhören. Zum Einen ist es eine lieb gewonnene Tätigkeit und zum Anderen Suchtbefriedigung.

Rauchen aufhören hat bei uns mittlerweile geklappt, warum sollte es dann nicht auch mit anderen Dingen klappen? Ganz einfach: der Unterschied zwischen Rauchen und Konsum ist simpel: Vom „Nichtrauchen“ bin ich überzeugt, vom „Nichtkonsumieren“ glaube ich, dass es irgendwie sinnvoll wäre, aber es geht mir viel zu gut damit. Es gibt für mich keinen privaten, drastischen „Wachmacher“ der die Notwendigkeit des „Nichtkonsumieren“ überzeugend an mich herangetragen hätte.

Nachhaltigkeit, Öko, Umwelt sind Themen, die man mittlerweile „gut“ finden muss, habe ich so das Gefühl. Dafür gab und gibt es zu viele „Moralapostel“ die es geschafft haben, ein kollektives „Schuldbewusstsein“ zu erzeugen, und das ist langfristig mit Sicherheit auch gut so. Dabei ist das noch nicht drastisch und greifbar genug, und außerdem glaubt man diesen „Miesmachern“ und „Schlechtrednern“ nicht.

Ja sie haben bestimmt recht, wir leben über unsere Verhältnisse. Ja, diese Erde wird evtl. in 250 Jahren für Menschen kein lebensfreundlicher Ort mehr sein.

Aber mal ganz ehrlich, glaubt wirklich jemand, dass das die Erde juckt?

In 5000 Jahren ist das Kapitel Mensch vielleicht nur noch eine Randnotiz in der Geschichte der Erde, sollte es dann noch Lebewesen geben die so etwas wie Archäologie betreiben. An Stelle der ausgerotteten Elefanten, Löwen, Tiger, Haie gibt es dann eventuell andere tolle Wesen.  Ich glaube, den Einzigen den es stören würde, wenn die Welt nicht mehr als Lebensraum für den Menschen taugt, wäre der Mensch.

Somit bleibt -aus meiner Sicht- für eine spirituelle Suche festzuhalten: Minimalismus kann ein Baustein einer Lösung sein, er ist aber nicht die Lösung und enden möchte ich mit folgendem Spruch:

Wenn man klar sieht, dann sieht man die Dinge wie sie sind, wenn man aber nicht klar sieht, dann sieht man die Dinge auch wie sie sind.

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