Qua vadis, APnorm.de?

Wieviel Minimalismus verträgt das Leben und ab wann wird ein Konzept zur Religion? Oder: Was ich mit dieser Seite in den nächsten Wochen zum Thema Minimalismus zu tun gedenke….

 

Bei vielen Seiten im Netz drängt sich mir ein wenig der Verdacht auf, dass hier eine Not zur Tugend gemacht wurde. Es freut mich wirklich für jeden, der in dieser Art und Weise sein Leben positiv geformt bekommt und ich kann absolut falsch liegen. Dann möchte ich mich auch dafür entschuldigen, aber kann es sein, dass bei einigen Folgendes passiert ist?

Wie kann ich aus dem Mangel und der Not eine Tugend machen? Ich denke mir einfach die Welt schön und behaupte, dass ein Mangel etwas positives ist. Wenn ich es mir nur lang genug einrede, dann werde ich es irgendwann glauben. 

Was aber genau ist denn unter Minimalismus zu verstehen, wenn man nicht auf den Cent schauen muss? Und was würde passieren, wenn ein Minimalist 2500€ geschenkt bekommt? Kostet es dann Überwindung, dass Geld nicht auszugeben und sich einen Herzenswunsch nicht zu erfüllen, oder welche „Ausrede“ gäbe es dann, dieses Geld doch auszugeben und sich einzureden, dass es notwendig war? Evtl. um etwas von minderer Qualität zu ersetzen das man vor langer Zeit ausgemistet hat? OK. Spaß beiseite… Was ist Minimalismus nun und wie kommt man dazu?

Mit Ausmisten fängt der Minimalismus meiner Ansicht nach nicht an. Ausmisten ist die Konsequenz aus der Erkenntnis, dass klare Linien und leere Flächen etwas Beruhigendes haben. Es sieht einfach toll aus, wenn nur einige wenige edle Stücke als Dekoration auf einem Sideboard stehen. Minimalismus ist somit als erstes ein Designaspekt und kann dann übertragen werden auf die anderen Bereiche des Lebens.

Wäre es nicht ebenfalls toll, wenn nur noch edle Stücke als Dekoration von mir getragen werden? Das meint, dass ich nur noch Kleidung trage, die mir gefällt, die ich gerne trage und die mich nach außen hervorragend repräsentiert und darstellt?

Oder wäre es nicht ebenfalls toll, wenn ich nur noch die Dinge tue, die mir gefallen, die ich gerne tue und die mich nach vorne bringen?

Es gibt so viele Aspekte die man beleuchten kann, und ich freue mich auf die nächsten Wochen und Monate. Denn genau das habe ich hier vor. Jede Woche einen Minimalismus-Aspekt anfassen und diesen kritisch, spitzfindig und mit einer Portion Humor entweder ad absurdum zu führen, oder für gut zu befinden.

2 Kommentare

  1. Hi Andreas, das sind wirklich tolle Fragen die du stellst!

    ich glaube, wenn ein Minimalist 2500 Euro geschenkt bekommen würde, würde er/sie es für ein Erlebnis ausgeben oder sparen, bis ein Herzenswunsch entsteht.
    Meiner Erfahrung nach werden materielle Wünsche dann doch kleiner, wenn man sich mit Dingen und Konsum beschäftigt.

    Bin gespannt auf die nächsten Beiträge

  2. Hallo und vielen Dank für den ersten Kommentar auf meiner Seite. 🙂

    Da ich/wir uns relativ neu mit (< 3 Monate) dem Thema befassen sind so einige Fragen halt noch offen. *g* Ist es mit dem Konsumverhalten ähnlich wie mit "Rauchen aufhören"? Also am Anfang gar nicht schwer, weil man sich komplett darauf konzentriert, aber mit der Zeit sind die Impulse seltener und heftiger?

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